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Der Schnüffelmarkt

Aber auch zu anderen Veranstaltungen wurde bei Umzügen die Friedrichstraße  mit Fahnen geschmückt, wie zum Beispiel bei den jährlichen Schützenfesten mit ihren Umzügen. Dazu schrieb um 1903 Georg Reike, Assesor beim Amtsgericht Heiligenbeil, in seinem Roman „Im Spinnenwinkel“ im VIII Kapitel über die Aktivitäten des Schützenfestes: „….herrschte eine ungewöhnliche Bewegung in den Gassen und Häusern. Hier wurde ein Hut mit Hahnenfedern über die Gasse getragen, dort ein verhüllte Fahne – dort putzte einer hinter dem offenen Fenster seine Büchse – dort gingen die Schönen der Stadt in den großen Markt gelegenen Laden, in dem alles zu haben war..... „Um zwölf Uhr begann der Aufmarsch. Voran die Stadtkapelle unter dem frischen jüdischen Dirigenten, der sein Amt vom Vater geerbt hatte und den Bogen seiner Violine so sicher führte wie die Hand, mit deren freigebig verteilten Ohrfeigen er diese Rotte halbwüchsiger Burschen zusammenhielt, daß es eine Lust war sie spielen zu hören. Im gemessenen Abstand hinter ihnen der Bürgermeister, vorsichtig schreitend und langsam blickend im Gefühl seiner Würde….“  „Die Kinder standen eine Weile staunend, dann liefen sie neben der Musik her; die Frauen und Töchter sahen mit Stolz auf die würdigen Väter; die andern Zuschauer bewiesen durch stummes Mustern der einzelnen Teile des Zugs ihre Achtung …“  …“Aber gegen Abend, wenn getrunken und getanzt wurde, war es üblich, daß die Honoratioren der Stadt sich zu den Feiernden gesellten….. Wie unter den Grünröcken, so wurde auch hier heute wacker gezecht; überall floß das Bier wahrhaft in Strömen. Ganz nüchtern war bald keiner mehr zu nennen in dem großen Garten.“

Ein historisches Bild zeigt die Friedrichstraße  in der Zeit der Kanalisierung um 1929  (lt. Guttzeit) Links das Haus der Familie Fritz Flamming und drei Häuser weiter die Uhr  des Uhren- und Goldwarenhandels König. Die Friedrichstraße und die Alte Poststraße  vereinigten sich vom Rathaus kommend  auf dem Schüffelmarkt,  den man leider nur noch aus Erzählungen und Bilder in Erinnerung behalten mag.

Wo sich ehemals die Geschäfte um den Schnüffelmarkt platzierten,  steht heute dieses russische Mehrfamilienhaus

Blick vom Wasserturm



 

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