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Zweiter-Militärischer-Kriegsbericht

Zweiter sowjetischer Militärbericht

über die Kriegshandlungen im März 1945 um Heiligenbeil/Ostpreußen

Originaltext aus dem russischen Internet

übersetzt von H. Herrmann zusammengestellt von D. Mattern

mit der Unterstützung der Mitglieder der „Historisch-geografischen Gesellschaft des Stadtmuseums von Mamonowo“

Dem vierseitigen  Militärbericht geht einem geheimen Anschreiben vom 29. März 1945 an den Stabschef des 44. Schützenkorps unter der Nummerierung: 0144 / OD  voran.

Der nachfolgende, übersetzte Militärbericht beginnt mit dem geheimen Exemplar Nr. 2:

Kurze Beschreibung der Kämpfe der 220. Rotbanner und Kutusow – Ordens (träger) – Schützendivision bei der Einnahme von  Thomsdorf und Heiligenbeil im Zeitraum vom 20. – 26. 03. 1945

Die 220. SOKD (russ. Abkürzung für „oben genannte Division“ – Anmerkung des Übersetzers),  die sich seit dem 15.03. 1945 in der Reserve des Kommandeurs des 44. Schützenkorps befand und teilweise aufgefüllt war, löste nach einem 15 Kilometermarsch Teile der 17. Schützendivision ab.

Am 20.03.1945 um 7.00 Uhr ging die 220. Div. mit einem Regiment, dem 653., Regimentskommandeur Oberstleutnant Manjakow, in die Ausgangsstellung zum Angriff nach NordWesten, einem Waldesrand, der sich süd-östlich von Thomsdorf befand. Das zweite Regiment, das 376. Schützenregiment, Regimentskommandeur  Major Beresin, wurde am südlichen Teil des o.g. Wäldchens als Reserve des Divisionskommandeurs konzentriert.  Auf der rechten Seite der Division befand sich die 331. Schützendivision, links die 62. Schützendivision.

Am 20.03.1945 um 10.00 Uhr griff das 653. Schützenregiment den Gegner nach  einer 20minütigen Artillerievorbereitung an, aber der Angriff brachte keinen Erfolg. Die Infanterie kam nur 70 – 100 Meter voran und  blieb unter der äußerst heftigen Feuereinwirkung des Gegner liegen.

Die Mißerfolge des 653. Schützenregiments wurde im wesentlichen durch folgende Umstände bestimmt.

1. Der Angriffsbefehl erging in der Nacht auf den 20. 03. 1945, folglich fehlte das Tageslicht für die Aufklärung, was dazu führte, das die vorderste Linie des Gegners vollkommen unaufgeklärt blieb. Die Artillerie suchte ihre Richtpunkte nachts, hatte somit keine Ziele, die Richtpunkte wurden einfach irgendwie ausgewählt. Die Nachrichtenverbindungen wurden nachts bei Nebel eingerichtet und waren häufig unterbrochen.

2. Die der Division zugeordneten 2. Garde-Panzerkompanie, in deren Bestand sich 4 Panzer befanden, wirkten äußerst unentschlossen. Der stellvertretende Brigadekommandeur, ihr Stabschef, Major Otschkasow, hat ungeachtet der mehrfachen kategorischen Befehle des Kommandeurs der Schützendivision, keine wirksamen Maßnahmen zum Einsatz der Panzer eingeleitet.

3. Der Gegner besetzte eine Reihe unbenannter Höhen (Erhebungen) nordöstlich und südöstlich von Thomsdorf. Diese Lage im Vorfeld des Gegners gab ihm die Möglichkeit zum Flankenfeuer. Die rechte Flanke des 653. Schützenregiments wurde ununterbrochen durch heftiges ArtillerieGranatwerfer- und Maschinengewehrbeschuß belegt, aber weil die Artillerievorbereitung  die notwendige Wirkung nicht gebracht hatte, und die Feuerintensität des Gegners nicht unterdrückt wurden konnte, kam das Regiment nicht vorwärts

 



Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 09. November 2016 um 06:29 Uhr
 

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