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In jungen Jahren schon wurde er zu uns als Bürgermeister berufen, und in all den Jahren hat er seine Führernatur in den Dienst der Stadt, der Öffentlichkeit gestellt, und seine reichen Geistesgaben für diese seine Aufgabe verwertet. Stein auf Stein fügte er zum Bau des Gemeindewesens. Besondere Liebe hat er dem Ausbau des Hospitals gewidmet, viel tat er für Schulen, für die Ausgestaltung der Stadt und den Schützengarten. Aber es hielt den Verstorbenen nicht in den Grenzen seines engeren Pflichtenkreises: Kaum ein Verein unserer Stadt, der ihn nicht zu seinen Mitgliedern oder gar zu seinen Gründern zählt, erwähnt sei nur der Männergesangverein, die Feuerwehr und die Schützengilde. Für seinen Geist und für seinen Arbeitswillen war jedoch unsere Stadt noch zu klein, und so arbeitete er in der Kreisverwaltung, in Provinzialorganisationen. Hohe Orden sind ihm für seine Tätigkeit verliehen worden. Ehrenmitgliedschaften in den Vereinen und die Ehrenbürgerschaft der Stadt Heiligenbeil sind Dank und Anerkennung für sein Wirken gewesen. Der schönste Lohn war ihm jedoch, daß Erfolg um Erfolg seine Arbeit krönte. Treue in der Arbeit, Treue aber auch im Charakter, das waren die Merkmale seiner Persönlichkeit.  Er stand zu seinen Worten, war ein Freund seiner Freunde und ein gerechter Vorgesetzter. Aber er ist auch ein deutscher Mann, der seine Heimat liebte, gewesen. Seine Seele hing am Vaterlande, um dessen Schicksal er während des Krieges und auch jetzt noch bangte. Der furchtbare Zusammenbruch Deutschlands hat auch seine Kraft gebrochen. Der Verstorbene gab seinen Posten auf, aber nicht um zu rasten, sondern um weiter zu arbeiten. Immer wieder kehrte die Leibe zu seiner Arbeit zurück, und als er in der Ferne auf das Krankenbett geworfen
wurde, arbeitete er auch dort noch weiter, bis der Tod ein Ziel setzte.
„Sei getreu bis in den Tod, so will ich dir die Krone des Lebens geben“,  ruft unser Gott. Der Herr hat ihn sichtlich gesegnet, zu seinen Lebzeiten, möge er ihm auch die Krone des Lebens geben.  Wir aber wollen an diesem Tage von neuem geloben, unsere Heimat, unserem Vaterlande in guten und in bösen Tagen beizustehen.  Andächtig und mit sichtbarer Rührung lauscht die Versammlung den Worten des Geistlichen. Der Männergesangverein singt mit Empfindung  „Wie sie so sanft ruhn“ unter der Leitung des Herrn Lehrer Krause. Langsam leert sich das Gotteshaus. Ruhig treten die Vereine an und marschieren dem Sarge voran zum Hospitalfriedhof. Die Glocken, die den Verblichenen so oft gerufen haben mögen, geben ihm mit ihren Tönen das letzte Geleit. Die Feuerwehr- und Schützenkameraden, die den Sarg aus dem Gotteshaus auf den Wagen gehoben haben, bringen ihn zur letzten Ruhestätte und versenken ihn in die kühle Gruft. Noch einmal spricht Superintendent  L e n z  ein kurzes Gebet und übergibt den Toten der Erde, wovon er genommen ist. Langsam senken sich die Fahnen, ein letzter Sängergruß des Männergesangvereins schließt die ergreifende würdige Feier.  So ging er zur Ruhe, den alle, die ihn kannten, geschätzt und geachtet hatten. „Das war ein Mann, nehmt alles nur in allem, ihr werdet nimmer seines Gleichen sehn!“



 

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