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*      Heiligenbeil.

Bürgermeister  a. D.  Schröder

Abschrift: D. Mattern

In Berlin verstarb am 6. März Bürgermeister a. D. Louis Schröder,  der fast vierzig Jahre lang an der Spitze der Kreisstadt Heiligenbeil gestanden hat. Sein Wirken war außerordentlich erfolgreich für die Stadt und wurde von allen Seiten dankbar anerkannt. Auch in weiteren Kreisen der Provinz war Bürgermeister Schröder geschätzt und geachtet. Bekannt geworden ist er insbesondere als Vorsitzender des Ostpreußischen B ü r g e r- m e i s t e r t a g e s .  Bis zuletzt stand er ferner an der Spitze des gesamten Schützenwesens unserer Heimatprovinz. Dem Verwaltungsrat der Ostpreußischen Stadtschaft und der Ostpreußischen Feuersozietät hat er bis zu seinem Tode angehört und hier eine außerordentliche fruchtbringende Tätigkeit entfaltet. Mit der Bevölkerung Heiligenbeils betrauern weite Kreise den Heimgang des verdienten Mannes. Die „Heiligenbeiler Zeitung“ widmet dem Verstorbenen ein warmherzigen Nachruf, der nach einer Würdigung seiner Verdienste um Stadt, Kreis und Provinz mit den Worten schließt:  „Sparsamste Wirtschaft, Erreichung der Größtmöglichen mit den geringsten Mitteln war sein Ziel in den Jahren seines Schaffens, und die Einwohnerschaft dankt an der Bahre des aus einem so arbeitsreichen Leben Dahingeschiedenen ihm noch einmal für alles, was er in der Zeit von fast eineinhalb Menschenaltern für die Heimatstadt und deren Bevölkerung gewirkt und geschaffen hat. Eins ist gewiß, der Name Schröder ist aus der Entwicklungsgeschichte der Kreisstadt Heiligenbeil niemals fortzudenken.“

Bürgermeister a. D. Louis Schröder

Abschrift D. Mattern

Bürgermeister  a. D.  S c h r ö d e r, der Mann, der fast 40 Jahre die Geschicke der Kreisstadt  H e i l i g e n b e i l  gelenkt hat, ist nicht mehr.  Fern von seiner ihm so ans Herz gewachsenen Heimat und ehemaligen Wirkungsstätte ist er in Berlin am 6. März abends dahingeschieden. Wie sein ganzen Leben Arbeit und Schaffen war, so ist er auch jetzt sozusagen in den Sielen gestorben.  Auf der Fahrt zur Teilnahme an einer Tagung zog er sich eine Erkältung zu, von der er sich nicht mehr erholen konnte.    Weit über den Namen der Kreisstadt Heiligenbeil hinaus, ist der Name Schröder in der ganzen Provinz von großer Bedeutung in den letzten Jahrzehnten gewesen. Neben der vielseitigen Wirksamkeit in der Heimat wurde sein sicheres, ruhiges abwägendes Urteil und seine Schaffenskraft, auch in den Organisationen der Provinz in höchstem Maße geschätzt und gewürdigt. Aus diesem Vertrauen heraus wirkte er viele Jahre als Vorsitzender des Ostpreußischen Bürgermeistertages und bis zu seinem Tode stand er an der Spitze des gesamtgen Schützenwesens unserer Heimatprovinz. Ebenso hat er als Mitglied des Direktoriums der ostpreußischen Stadtschaft der ostpreußischen Feuersozietät nicht nur zum Segen seiner engeren Heimat, sondern der ganzen Provinz wirken und schaffen können.     Die Trauer, die nun die Kreisstadt über den Hingang dieses ausgezeichneten Mannes bewegt und erfüllt, wird darum von weitesten Kreisen der gesamten Heimatprovinz geteilt und empfunden. Bereits  gelegentlich des 70. Geburtstages des Herrn Bürgermeister a.D. Louis Schröder, des Ehrenbürgers unserer Stadt, gaben wir einen kurzen Ausschnitt aus der vielseitigen Wirksamkeit in den Jahrzehnten seiner Amtstätigkeit. Nun er von uns gegangen ist, sei hier noch einmal einiges aus dem reichen Schaffen und Wirken jener Jahre herausgegriffen. Gebaut bezw. eingerichtet wurden in dieser Zeit: 1. Das Gerichtsgefängnis, 2. Schlachthaus, 3. Gaswerk, 4 Schlachthauserweiterung, 5. Enteisungsanlage, 6. Erweiterung des Gaswerkes, 7. Umbau des Rathauses, 8. Wirtschaftsgebäudebau in Neuwalde, 9. Bau der schönen Stadtschule mit Turnhalle, 10. des Spritzenhauses mit Steigerturm, 11. Kaiser Wilhelm Denkmal und Bismarckstein, 12. Vergrößerung des Hospitalgartens, 13. Freilegung des Platzes vor dem Hause Wiens durch Ankauf des Krollschen Hauses, 14. Beginn der umfangreichen Wohnungsbaupolitik durch Ankauf der Klosterbrauerei und Einrichtung von Wohnungen, 15. Erwerbung des Finanzamtsgrundstückes, 16. Errichtung der Höheren Mädchenschule sowie der städtischen Sparkasse. Ein besonderes bleibendes Denkmal hat er sich durch die Schaffung des schönen Schützengartens gesichert, der heute noch so vielen Einwohnern der Stadt Erholung bietet und in Zukunft bieten wird....  Anläßlich des 600jährigen Stadtjubiläums am 9. August 1902 wurde Herrn Bürgermeister  Schröder das Recht zum Tragen der silbernen Amtskette verliehen. An weiteren Auszeichnungen besaß er den Kronenorden und den Roten Adlerorden IV. Klasse und das Kriegsverdienstkreuz. Die Ernennung zum E h r e n b ü r g e r  der Stadt erfolgte gelegentlich seines Ausscheidens aus dem Amt. Sparsamste Wirtschaft, Erreichung des Größtmöglichen mit den geringsten Mitteln war sein Ziel in den Jahren seines Schaffens, und die Einwohnerschaft dankt an der Bahre des aus einem so arbeitsreichen Leben Dahingeschiedenen ihm noch einmal für alles, was er in der Zeit von fast eineinhalb Menschenaltern für die Heimatstadt und deren Bevölkerung gewirkt und geschaffen hat.
Eins ist gewiß, der Name S c h r ö d e r  ist aus der E n t w i c k l u n g s g e s c h i c h t e der K r e i s s t a d t   H e i l i g e n b e i l n i e m a l s  f o r t z u d e n k e n.
Die allgemeine Anteilnahme, Dankbarkeit und Verehrung möge auch den Angehörigen unseres Ehrenbürgers ein wenig das Leid mildern helfen, daß sie betroffen hat.





 



 

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